Kinematografie Köln:
Die Entstehung der Lichtspieltheater

Zurück in die Zeit des Deutschen Kaiserreichs Ende des 19. Jahrhunderts in Köln. Tabakrauch sammelt sich im romantischen Halbdunkel in Wolken unter der niedrigen Decke. Schulter an Schulter sitzen und stehen die Kölner Bürger und folgen gebannt, wie ein Zug in einen Bahnhof einfährt. Es sind die ersten bewegten oder „lebenden“ Bilder, die so manch einer an diesem Tag im Haus am Augustinerplatz 12 sieht.

Erstmals werden auf deutschem Boden diese Aufnahmen der französischen Filmpioniere Lumière mit dem Kinematografen gezeigt. Bald beobachten die Kölner wie in der Schildergasse und auf der Hohe Straße immer mehr Lokalitäten mit abgedunkelten Fensterscheiben Besucher in ihre Schaustätten locken. Mit großem Erfolg!

Was bedeutet Kinematografie?

Der Begriff der Kinematografie ist in der Zeit des frühen Films entstanden. Abgeleitet aus dem Französischen („cinématographe“) bezeichneten die Brüder Lumière damals ihren Filmapparat Kinematograf.  Dieser vereinte Kamera-, Kopiergerät- und Projektor-Funktionen.

Die ersten öffentlichen kinematografischen Vorführungen, die als solche bezeichnet werden konnten, gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Die Filme waren kurz, schwarzweiß und stumm. Dennoch staunte die Welt nicht schlecht über die Sensation der bewegten Bilder. Der Siegeszug der neuen Technik nahm seinen Lauf und bald reichten Wanderkinos und der Verleih von Kinomatografen nicht mehr aus. So ließen die ersten Kinemas, kurz Kinos, nicht lange auf sich warten.

Im Kinema bei TimeRide siehst Du historische Schwarzweiß-Aufnahmen von Köln aus der Zeit gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

Vorführsäle werden zu Lichtspieltheater

Lichtspieltheater sind Einrichtungen, die primär für regelmäßige Filmvorführungen dienten. 50 Pfennig zahlten die Besucher für eine Vorstellung von 12 Kurzfilmen zu jeweils etwa 50 Sekunden. Schon 1907 wurden 15 Lichtspielhäuser in Köln gezählt – Tendenz steigend. Selbst an Wochentagen waren die Kinemas bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Enge in den Vorführsälen der teilweise notdürftig eingerichteten Lichtspielhäuser würde einen Besucher heutzutage vielleicht abschrecken. Doch genau diese Enge war wohl bei einer Mehrzahl der vornehmlich jugendlichen Besucher nicht ganz unerwünscht. Die unvermeidliche Tuchfühlung mit dem Nebenmann, der auch gerne eine Nebenfrau sein durfte, versetzte das Publikum in Hochstimmung.

Das Vergnügen schien so groß. Insbesondere humoristische und dramatische Szenen mit viel Akrobatik und Prügeleien ganz im Stile des alten Hänneschen Puppentheaters wurden bejohlt. In tragischen Szenen konnte dagegen das Rührsame nicht dick genug aufgetragen sein. Ein verstimmtes Klavier komplettierte dann mit einem Gassenhauer das ganze Schauspiel. Saaldiener hatten oftmals Mühe, die Besucher nach einer Serie zum Verlassen ihrer Plätze zu bewegen.

Doch nicht alle sahen das neue Massenmedium gern. Nach den beliebten „Schundromanen“ des 19. Jahrhunderts herrschte bei einem nicht geringen Teil der Bevölkerung die Meinung, dass diese neue Technik die Jugend umso mehr verderbe. Lauthals wurden immer wieder Verbote dieses dubiosen Mediums gefordert. Jede große Errungenschaft ruft wohl auch immer Kritiker und Schwarzseher auf den Schirm.

Das Kinema bei TimeRide in Köln

Was für die Zeitgenossen um 1900 völlig Usus war, scheint nach Maßstäben unseres heutigen Medienkonsums eher ungewöhnlich: Bewegte Bilder ohne jegliches gesprochene Wort. Ganz im Sinne der Stummfilme jener Jahre wird der Film in unserem Kinema nur mit einer eigens dafür komponierten Filmmusik untermalt. Hier flimmern die Schlaglichter aus der Kölner Stadtgeschichte über die Leinwand - von den Anfängen in der Römerzeit, dem dunklen Mittelalter über die napoleonische Ära bis zur Kaiserzeit.

Ein abschließender Stummfilm – ganz im Stile Kölner Kabarett-Größen jener Jahre – erklärt humoristisch die Benutzung der VR-Brillen und das Verhalten während der Bahnfahrt, die an der nächsten und letzten Station folgt. Dann heißt es: „Do kütt de Stroßenbahn“. Informiere Dich am besten gleich über unsere TimeRide Tickets (Normal, Ermäßigt, Familie) - wir freuen uns auf Deinen Besuch! 

Du interessierst Dich für die visuellen Phänomene der damaligen Zeit? Dann besuche die TimeRide in Köln und erlebe unser Kaiserpanorama mit stereoskopischen Fotografien von bekannten Sehenswürdigkeiten.

Wenn Du für das nächste Level bereit bist, ist die Technologie der Virtual Reality interessant für Dich. Auf einer virtuellen Tour durch das alte Köln erhältst Du einen Eindruck davon, wie die Stadt früher aussah - als wärst Du direkt vor Ort!

X