Kaiserpanorama Köln: 
Stereoskopische Fotografien aus Kaisers Zeiten

Versetzen wir uns zurück in einen Kölner Zeitgenossen zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Noch ist die Welt nicht gänzlich erschlossen und die eigene Sicht darauf begrenzt. Die Wenigsten haben jemals über den Tellerrand ihres Wohnortes hinausgeblickt. Selbst Berlin – Zentrum des preußischen Reiches – scheint eine Weltreise entfernt.

Aber halt - was passiert da? Um einen mannshohen, holzvertäfelten Rundbau sitzen Kölner Bürger und schauen durch Okulare in das Innere eines Kaiserpanoramas. Was sie dort sehen, versetzt sie in Staunen. Denn hier eröffnen sich völlig neue Welten: fremde Völker, weit entfernte Städte und exotische Orte erscheinen dreidimensional plastisch vor den eigenen Augen. Als wäre man selbst vor Ort und das Geschehen ist zum Greifen nahe. Ein Wunderwerk der Technik!

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Was ist ein Kaiserpanorama?

Ein Kaiserpanorama ist ein Unterhaltungs- und Bildungsmedium, durch das mehrere Menschen gleichzeitig stereoskopische Bilderserien betrachten können. Die Besucher blicken dabei durch ein Okularpaar auf dreidimensionale Bilder aus Glas, die sich im Inneren des Geräts befinden. Alle paar Sekunden wechseln die kolorierten Glasstereos und wandern auf einem Bilderwagen reihum. So eröffnen sich dem Betrachter immer wieder neue Welten, ohne dass er seinen Platz wechseln muss.

Im Grunde steckt ein simples Prinzip dahinter, was die Menschen damals ins Staunen versetzte: Das Fotomotiv wird von zwei unterschiedlichen Blickpunkten mit einem Abstand von etwa sieben Zentimetern aufgenommen. Durch die beiden Okulare blicken das linke und rechte Auge getrennt auf jeweils eines der stereoskopischen Fotografien, die das Gehirn wiederum zu einem plastischen 3D-Bild zusammensetzt.

Die Namesgebung dieser Panorma-Art geht auf den Berliner August Fuhrmann zurück, der die Erfindung zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs machte. 1870 gründete er das Unternehmen "Kaiser-Panorama" und präsentierte Bildserien mit vielen Spielstätten in Deutschland.

Zwei horizontal versetzte Fotos ergeben durch die Okulare des Kaiserpanoramas betrachtet ein stereoskopisches Bild (c) 1889 by J. F. Jarvis

Kaiserpanoramen zeigen schöne, neue Welten

Das Kaiserpanorama lehnt an das Rundpanorama des frühen 19. Jahrhunderts an. Die Schaustätte bestand damals aus einem großen Rundbild über mehreren Ebenen und einer erhöhten Besucherplattform. Von dort aus konnten die Betrachter Landschaften und historische Ereignisse in einer 360-Grad-Ansicht bewundern. Diese Form der Ausstellung verlangte eine aufwändige Herstellung von großflächigen Panoramabildern, die nur selten ausgewechselt werden konnten.

August Fuhrmann löste diese Problematik, als er 1883 sein erstes Kaiserpanorama in der Berliner Kaisergalerie eröffnete. Von nun an waren sogar wöchentlich wechselnde Bildserien in dreidimensionaler Optik möglich. Bis zu 25 Personen nahmen an einem Kaiserpanorama gleichzeitig Platz und bewunderten die optische Illusion der Stereofotografie gegen eine Eintrittsgebühr. So reisten die Menschen virtuell durch kulturelle und politische Ereignisse des Deutschen Kaiserreichs. Für viele bot die steroskopische Bilderreise eine erschwingliche Möglichkeit, plastische Eindrücke von fernen Städte und Ländern erhalten zu können.

Schnell wurden die Kaiserpanoramen zum Publikumsmagneten und entwickelten sich zum Massenmedium. In Deutschland und Anrainer-Ländern fanden sich an die 250 solcher „Kunstinstitute ersten Ranges“, wie sie von ihren Betreibern werbewirksam betitelt wurden. Bis ins 21. Jahrhundert entgingen nur wenige Originale dem Zahn der Zeit und galten als absolute Raritäten. Nicht lange nach der kommerziellen Hochzeit der Kaiserpanoramen läutete die Erfindung des Kinematographen und der Erfolg der Lichtspielhäuser ihr Ende ein.

Noch lange nicht Geschichte: Stereoskopische Fotoausstellung in Köln

Bei deinem TimeRide Besuch erlebst Du in unserer stereokopischen Fotoausstellung eine Zeitreise zurück in das alte Köln zur Kaiserzeit und zwar in Anlehnung an jene Kaiserpanoramen. Dabei gibt es vieles zu entdecken: Nur ein gutes Jahrhundert trennt diese Zeit von der Gegenwart und doch hat sich das Weltbild im Laufe des 20. Jahrhunderts völlig gewandelt – gesellschaftlich, technologisch und kulturell.

Die stereoskopischen Fotografien bei TimeRide in Köln vermittelt den Besuchern einen Eindruck von jenen Kaiserpanoramen.

Damals und heute: Beim Blick durch die oberen und unteren Okulare unserer kannst Du vergleichen, wie sich bekannte Kölner Plätze und Straßen über die Zeit verändert haben. Stereoskopische Bilder vom Rheinpanorama, der Dombrücke oder dem Hauptbahnhof zeigen deutlich, wie stark sich das Antlitz der Domstadt seither verändert hat.

Ganz in der Tradition der um 1900 populären Kaiserpanoramen treten diese Sehenswürdigkeiten auf selten gezeigten, stereokopischen 3D-Fotografien plastisch vor Augen. Da letztlich auch die Virtual Reality ein Stück weit auf der damals popoulären Erfindung der Stereoskopie basiert, stellen wir die beiden Technologien in unserer Ausstellung vergleichend nebeneinander.

Du willst die Technologie der Stereoskopie live erleben? Dann sind die stereoskopische Fotografien in unserer Kölner TimeRide Ausstellung genau das Richtige für Dich! Im TimeRide Kalender kannst Du Dir deinen Wunschtermin, ein Zeitfenster und die jeweiligen TimeRide Tickets (z.B. Normal, Ermäßigt, Familie) aussuchen. Wir freuen uns auf Deinen Besuch! 

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