TIMERIDE Historischer Blog

Die Savanne – Ein weltweiter Lebensraum

von Astrid-Kristin Linne von Berg am 21.07.2026

Nicht nur in Afrika 

Viele von uns verbinden das Wort „Savanne“ mit dem afrikanischen Kontinent, mit umherziehenden Elefantenherden, jagenden Löwen und grasenden Zebras unter vereinzelten Schirmakazien. Doch Savannen gibt es auf der gesamten Erde! Sie machen zwischen 13-18% der gesamten Landoberfläche unseres Planeten aus. Die Art der Vegetation und des Klimas ist das, was alle Savannen gemein haben: Vereinzelte Bäume und Sträucher auf einer geschlossenen Graslandfläche, meist mit zwei stark unterscheidbaren Jahreszeiten, den Regen- und Trockenzeiten. Und doch gibt es innerhalb dieser Gemeinsamkeiten viele Unterschiede! 

In diesem Blogartikel wollen wir uns Savannen auf der ganzen Erde widmen und schauen, wie diese sich auf den verschiedenen Kontinenten unterscheiden. Und auch die Rolle des Menschen in diesen Ökosystemen soll beleuchtet werden, sowohl im Positiven, als auch im Negativen. 

Abbildung 1: Serengeti in Ostafrika.
Abbildung 2: Chapada dos Veadeiros, Goiás, Brasilien

Brasilien

Im Zentrum Brasiliens, mit Ausläufern bis nach Paraguay und Bolivien, befinden sich die sogenannten Cerrados, die südamerikanischen Feuchtsavannen. Neben dem Amazonas-Regenwald sind sie der zweitgrößte, zusammenhängende Lebensraum in Brasilien. Hier sucht man vergeblich nach großen Säugetieren wie Elefanten und Nashörnern. Die Cerrados zeichnen sich vor allem durch ihre reiche Pflanzenwelt aus – und viele dieser Pflanzen sind endemisch, finden sich also ausschließlich in diesem Lebensraum Natürlich gibt es aber auch Tiere, wie z.B. der Ameisenbär, der Mähnenwolf und auch der Jaguar.

Madagaskar

Madagaskar bildet ein ganz besonderes Kuriosum innerhalb der Savannen: Die ursprüngliche Megafauna – besonders große Tierarten – verschwand dort erst vor ca. 1000 Jahren. Im Vergleich dazu starben die größten Säugetiere Südamerikas und Australiens bereits vor 10.000 bis 40.000 Jahren aus. Warum ist das wichtig? Dieser Fakt ist Grundlage für eine sehr kontroverse Diskussion über das Alter der madagassischen Graslandsavanne. Eine Theorie besagt, dass es sich bei den Graslandsavannen Madagaskars um urtümliche Vegetation handelt, die durch die einheimische Megafauna und natürliche Feuer kultiviert wurde. Aktuelle Untersuchungen stellen diese Theorie jedoch in Frage. Forscher:innen gehen davon aus, dass sich mit dem Aussterben der madagassischen Megafauna – zu der unter anderem Riesenschildkröten, Flusspferde und Riesenlemuren zählten – auch die Vegetation stark veränderte. Wo vorher Wälder das Hochland Madagskars dominierten, wurden diese mit Ankunft der Menschen durch Brandrodung dezimiert und Gräser machten sich als Nahrung für Nutztiere breit.

Befürworter der ersten Theorie wollen so ein Feuerverbot in Schutzgebieten aufheben und die Weidetierhaltung ausbauen. Die IUCN – die International Union for Conservation of Nature – warnt wiederum, dass durch feuergetriebene Entwaldung bis zu 98% der einheimischen Lemurenarten vom Aussterben bedroht sind. Es würde also genau der gegenteilige Effekt erzielt werden, eine Veränderung des natürlichen Zustandes der Savanne.

Abbildung 3: Isalo National Park, Madagascar.
Abbildung 4: Spinifex Savanna, Australia.

Australien

Etwa 1/5 der Landfläche in Australien besteht aus Savannen, als großer Bogen ziehen sie sich vom Nordwesten bis in den Osten. Sie bilden die Übergangszonen zwischen den tropischen Trockenwäldern an der Nordküste und zum Gebirgssaum im Osten. Hier sind vor allem die immergrünen Euykalyptus-Bäume eines der visuellen Hauptmerkmale!

Mehr noch als in anderen Savannen der Erde ist in Australien das sogenannte Feuermanagement ein essenzieller Faktor für den natürlichen Lebenszyklus der Pflanzen und Tiere. Klingt erst einmal widersprüchlich, aber die Aborigines – die indigene Bevölkerung Australiens – betreiben seit 60.000 Jahren das sogenannte „Cultural Burning“. Mosaik-artig werden kleinere Graslandflächen abgebrannt. Durch die Asche gelangen neue Nährstoffe in den Boden. Frische Triebe wachsen und dienen als Nahrung für kleinere Tiere. Andere Flächen werden ausgelassen und das hohe Gras bleibt als Versteck für die Tiere erhalten.

Zudem hat das kontrollierte Feuermanagement auch klimatische Vorteile, denn diese sogenannten „kühlen Brände“ produzieren weniger CO2 als großflächige, wochenlange Waldbrände – einer der vielen Gründe, warum heutzutage der Weg zurück zu dieser Art des menschlichen Eingriffs in die Natur gewählt wird.

 

TIMERIDE Savanna VR

In unserer XR-Experience zeigen wir euch die ostafrikanische Savanne, in welcher auch der Serengeti-Nationalpark liegt. Diese zeichnet sich vor allem durch ihre starken Dürreperioden aus, in denen die Bewohner der Savanne vor allem eines im Sinn haben: Die Suche nach Wasser. Dafür laufen sie tausende Kilometer durch die Serengeti, um neue Wasser- und Nahrungsquellen zu finden – und kreieren so eines der größten Naturschauspiele der Welt: Die große Herdenwanderung. Wer einen tieferen Einblick in die afrikanische Savanne bekommen möchte, der kann seit dem 24.07.2026 im Alten Elefantenhaus des Kölner Zoos unsere neue Experience TIMERIDE Savanna VR besuchen und dort die Savanne und ihre Bewohner auf ganz neue Weise kennen lernen.
Astrid-Kristin Linne von Berg

Hat im Master Kunstgeschichte an der Universität zu Köln studiert und sich dort vor allem in den Gebieten Kunstmarkt, Bau- und Denkmalpflege und Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit bewegt. Ihr Herz schlägt aber vor allem für die Kostüm- und Theatergeschichte, weshalb ihre Motivation darin liegt, dass die TIMERIDE-Standorte nicht nur in der virtuellen, sondern auch in der echten Realität ein Ort lebendiger Geschichte sind.

Hier könnt ihr eine Zeitreise machen

Unsere Gäste tauchen in jedem SENSEUM und bei jedem TIMERIDE GO! Stadtrundgang, mit allen Sinnen in die Geschichte ein. Jeder TIMERIDE ist einzigartig und lässt in den Städten Köln, Frankfurt, München, Berlin, Dresden und im Kloster Andechs längst vergangene Zeiten wieder aufleben.

Unsere Zeitreisen
Nicht nur mit der Technologie der Virtual Reality blickt ihr in den verschiedenen Stationen unserer originellen Senseums oder auf den TIMERIDE GO! Stadtrundgängen direkt in die Vergangenheit. Detailliert gestaltete Räume mit originalgetreuen Rekonstruktionen und exakten virtuellen Szenerien lassen euch Stadtgeschichte hautnah erleben.

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