TIMERIDE Historischer Blog

Die Geschichte des Zeitungskindes

“Extrablatt! Nur einen Pfennig!”

Tauchen wir ein in die lebendigen Straßen des Cöln 1926, als ein vertrautes Rufen die Luft erfüllte: „Extrablatt! Nur einen Pfennig!“ Das Zeitungskind – das Instagram, die Tagesschau und der Live-Ticker von damals – spielte eine entscheidende Rolle in der Verbreitung von Nachrichten und Informationen. 

von Katharina Heinrich am 27.01.2026

Die Geburt des Zeitungskindes

In den Wirren des 19. Jahrhunderts, als der Zeitungsdruck explodierte und die Massen nach Informationen dürsteten, gab es erstmals Zeitungskinder. Die Kinder hatten stets ein frisches Exemplar in der Hand und die neuesten Schlagzeilen auf den Lippen. Sie waren nicht nur Verkäufer, sondern auch Überbringer der aktuellen Ereignisse. In einer Zeit, in denen vielen Familien durch den Ersten Weltkrieg der Vater und somit der Hauptverdiener fehlte, mussten die Kinder zum Einkommen beitragenKinderarbeit war Anfang des 20. Jahrhunderts legal und alltäglichViele Kinder aus ärmlichen Familien verdienten mit dem Verkauf von Zeitungen ein paar Pfennige, in dem sie den Verlagen die Zeitungen mit einem Mengenrabatt abkauften und dann gewinnbringend weiterverkauften. Der Gewinn lag dabei meist bei einem halben Pfennig pro verkaufte Zeitung, weshalb viele bis tief in die Nacht versuchten, ihre Zeitungen loszuwerden. 

Die Rolle des Zeitungskindes und seine Verbreitung 

Die Zeitungskinder waren nicht nur Geschäftemacher, sondern auch Informationspioniere. Mit lautem Geschrei verkündeten sie die Schlagzeilen des Tages, während sie durch belebte Straßen wanderten. Ihre lebhaften Darbietungen fesselten die Aufmerksamkeit der Passanten, und bald wurde der Slogan „Extrablatt! Nur einen Pfennig!“ zu einem vertrauten Klang in den Ohren der Stadtbewohner. Zeitungskinder war in vielen europäischen Städten anzutreffen, ob Berlin, Paris oder Cöln. Diese kleinen Nachrichtenvermittler trugen dazu bei, dass aktuelle Informationen in einer Zeit ohne Rundfunk oder Internet schnell und effektiv die breite Bevölkerung erreichten. Sie waren die Vorfahren von RSS-Feeds und digitalen News-Tickern und die Wegbereiter für den heutigen Nachrichtenjournalismus. Wenn auch Du einmal einem Zeitungsjungen durch die Straßen Cölns im Jahr 1926 laufen sehen möchtest, dann besuche uns doch in unserem Senseum in Köln.  

Jonas Mortsiefer

Hat im Master Public History studiert, kann sich Jahreszahlen nur bedingt gut merken und fragt lieber danach, was die Menschen von damals bewegt und angetrieben hat und was das mit der Gegenwart zu tun hat. Beispielsweise auf seinem Interessengebiet von historischer Architektur und Städtebau – denn, wenn man so will, ist beides nichts anderes als manifestierte Ideengeschichte und gebaute Vergangenheit.

Hier könnt ihr eine Zeitreise machen

Unsere Gäste tauchen in jedem SENSEUM und bei jedem TIMERIDE GO! Stadtrundgang, mit allen Sinnen in die Geschichte ein. Jeder TIMERIDE ist einzigartig und lässt in den Städten Köln, Frankfurt, München, Berlin, Dresden und im Kloster Andechs längst vergangene Zeiten wieder aufleben.

Unsere Zeitreisen
Nicht nur mit der Technologie der Virtual Reality blickt ihr in den verschiedenen Stationen unserer originellen Senseums oder auf den TIMERIDE GO! Stadtrundgängen direkt in die Vergangenheit. Detailliert gestaltete Räume mit originalgetreuen Rekonstruktionen und exakten virtuellen Szenerien lassen euch Stadtgeschichte hautnah erleben.
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